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NACHGEFRAGT
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04.10.11 | Sechs Fragen an Wolfgang Hesl
Die Dresdner Neuste
Nachrichten stellte nach dem Sieg der
Dynamos in München dem Debütanten im
Dynamotor Wolfgang Hesl 6 Fragen.
(DNN) Frage: Bei einem der ersten Ballkontakte
haben Sie gleich einen Münchner mit dem Fuß ausgespielt. Haben Sie denn gar
keine Nerven? Hesl: Ich gehe raus auf den Platz, ich bin vorher nicht
nervös und habe keine Angst davor. Man
hat gemerkt, dass Sie mal Feldspieler waren... Ja, natürlich hilft mir
das, aber das war keine große Aktion für mich. Wann haben Sie erfahren, dass Sie von Anfang an im Tor
stehen? Das war ganz kurzfristig beim Abschlusstraining am
Samstag. Haben Sie vorher schon was
geahnt? Nicht direkt, aber ich bereite mich immer so vor, als ob ich
spielen würde. 2005 war der 2:1-Sieg schon eine Sensation, die hat
Dynamo nun noch getoppt. Sie hätten ja sogar noch höher gewinnen können,
oder? Es werden hier nicht viele Mannschaften gewinnen. Da können wir
heute und morgen stolz drauf sein, aber dann kommt in zwei Wochen schon wieder
das nächste Spiel zu Hause gegen Aachen. Das wird mindestens genauso
schwer. Neue Abwehrformation, neuer
Torwart - mussten Sie sich gar nicht einspielen? Nein, wir trainieren
jeden Tag zusammen, wir kennen uns jetzt lange genug. Ich bin ja jetzt auch
schon zwei, drei Monate da. Das Gespräch führte Jochen
Leimert.
Quelle DNN-Online
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29.06.11 | Nachgefragt bei Chritian Fiel
SZ-Interview
Cristian Fiel, wieso fehlten Sie im Testspiel gegen Lwiw?
Ich habe Probleme mit dem Sprunggelenk nach der hohen Belastung. Deswegen mache ich mal ein, zwei Tage etwas ruhiger, aber im Moment besteht kein Grund zur Sorge.
Wie bewerten Sie die Qualität des Trainingslagers?
Wenn wir so spielen, wie die Bedingungen im Stubaital sind, brauchen wir uns keine Sorgen machen. Ich weiß jetzt, warum sich unsere Nationalelf (Spanien/d.A.) hier während der EM 2008 vorbereitet hat. Essen, Platzbedingungen, Service – es ist einfach alles Eins A.
Und sportlich?
Jeder zieht voll mit, holt sich die Kraft für die Saison. Wenn wir wieder in Dresden sind, geht es an den Feinschliff, auch taktisch. Dann sind wir hoffentlich auch mit Neuzugängen
einen Schritt weiter. Wie problematisch ist die dünne Personaldecke im Angriff?
Ich bin nicht der Sportdirektor oder Trainer. Aber es ist natürlich kein Geheimnis: In eine Saison zu gehen mit zwei Stürmern, von denen nur einer, nämlich Pavel Fort, eine echte Spitze ist, wäre problematisch. Marcel Heller kann vorn spielen, aber auch auf Rechts oder hinter den Spitzen. Ich denke schon, dass wir dort etwas machen müssen.
Wäre Bajram Fetai die erhoffte Verstärkung?
Er ist sicher kein Schlechter, hat auch schon bei Glasgow Rangers gespielt. Aber es steht mir nicht zu, über andere Spieler zu reden.
Auch nicht als Kapitän?
Erstens bin ich bisher kein Kapitän, zweitens habe ich in den Testspielen die Binde wohl aufgrund meines Alters und der Erfahrung getragen, drittens habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht.
Es spricht einiges für Sie …
Das mag sein, aber ich brauche diese Binde nicht. Sie macht mich nicht besser oder schlechter. Die jungen Spieler hören auch so auf mich. Man wird sehen, was der Trainer entscheidet. Vielleicht lässt er wählen, und die Mannschaft will lieber einen jungen Kapitän.
Als Kapitän könnten Sie öfter mit dem Schiedsrichter diskutieren, ohne eine Verwarnung zu riskieren …
Scheinbar nicht, denn in den Testspielen habe ich trotzdem zwei Gelbe Karten bekommen. Vielleicht ist das in Österreich anders. Aber es gibt wirklich wichtigere Dinge, über die wie uns mehr Gedanken machen müssen.
Zum Beispiel?
Dass wir mindestens noch einen guten Stürmer bekommen und uns besser einspielen.
Dimitar Rangelov kehrt zu Energie Cottbus zurück. Machen Sie sich Sorgen, ob Dynamo finanziell in der zweiten Liga mithalten kann?
Was heißt Sorgen? Jeder, der bei Dynamo einen Vertrag unterschreibt, muss wissen, dass er nicht bei Arsenal London spielt, die mal kurz den Geldbeutel aufreißen und fragen: Wie viel wolltest du? Ach so, gut, bitteschön! Ich weiß, dass Manager und Trainer alles versuchen, gute Spieler zu holen. Darauf können wir uns verlassen. Und darauf verlasse ich mich auch.
Von Ihnen erwartet man sowieso, dass Sie Führungsspieler sind, zumal Sie die zweite Liga kennen. Wie gehen Sie mit dem Druck um?
Ich bin einer, der auf dem Platz alles für die Mannschaft gibt. Deshalb mache ich mir keinen zusätzlichen Druck, auch wenn von mir mehr erwartet werden sollte als von anderen. Ich habe schon oft gesagt: Im Fußball wird es für einen allein brutal schwer. Deshalb spielen wir kein Tennis, sondern sind eine Mannschaft. Das gilt nicht nur in der zweiten Liga, sondern schon in der Kreisklasse.
Sie reden viel mit Ihren Mitspielern. Ist ein Führungsspieler abseits des Platzes wichtiger?
Ich rede eben gerne, aber im Ernst: Ich habe zweimal den Verein gewechselt und weiß, dass es gut ist, wenn einer sich erkundigt, wie es einem geht, und Hilfe anbietet. Ich bin seit einem Jahr in Dresden, kann Kontakte zum Beispiel bei der Wohnungssuche vermitteln.
Nach dem Aufstieg ist die Mannschaft auseinandergefallen: notwendiger Umbruch oder Substanzverlust?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Auf der einen Seite sagt man: Die es geschafft haben, verdienen es, die Früchte zu ernten. Auf der anderen Seite: Es zählt nur der Erfolg. Der Verein hat sich Spieler über einen längeren Zeitraum angeguckt und war der Meinung, dass sie in der zweiten Liga Probleme bekommen würden.
Was für Typen braucht man denn in der zweiten Liga?
Man braucht vor allem eine höhere fußballerische Qualität. Und – das gilt immer – man braucht einen verschworenen Haufen. Wenn jeder für jeden arbeitet, kann man einiges kompensieren. Wir dürfen nicht vergessen: Wenn man unseren Kader durchgeht, ist da nicht so viel Zweitliga-Erfahrung. Wenn man dagegen die Namen zum Beispiel bei Energie Cottbus durchgeht, waren fast alle schon oben dabei. Und bei uns? Kirsten, Koch, Jungwirth, Kegel, Pfeffer, Knoll, Müller, selbst Solga – für die Jungs ist das Neuland. Auch Schuppan hat noch nicht so oft zweite Liga gespielt. Das ist nun mal ein Fakt.
Und das heißt – keine Chance?
Nein, nicht, dass es falsch rüberkommt: Ich meine das nicht negativ. Ich habe auch den Eindruck, dass die Jungs sich darüber nicht viele Gedanken machen. Und das ist gut so, denn es bringt nichts, wenn sie denken: Boah, die zweite Liga wird aber schwer! Sie müssen rausgehen und alles geben. Ich will nur darauf hinweisen, dass sie eigentlich Zeit bräuchten, um in der neuen Liga klarzukommen. Ich hoffe, das Umfeld in Dresden weiß das.
Das Gespräch führte Sven Geisler.
Quelle sz-online
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11.06.11 | Nachgefragt bei Maik Wagefeld
- SZ-Interview
- Maik Wagefeld, haben Sie nun mit dem Kapitel Dynamo abgeschlossen?
Nein, das werde ich nie. Aber es wird eine zeitlang dauern, bis ich das verdaut habe, was in den letzten zwölfMonaten gelaufen ist. Es ist traurig, dass es so zu Ende geht. Trotzdem überwiegen die positiven Erinnerungen.
Trainer Ralf Loose hatte Sie für die Aufstiegsspiele noch einmal in den Profi-Kader geholt. Wie haben Sie das empfunden?
Vom Kopf her war es für mich schon vorbei, als dieser Anruf kam. Natürlich habe ich mich riesig gefreut und damit gerechnet, dass es für mich eine neue Chance gibt. Leider sagte er mir nach dem Aufstieg, dass er trotzdem nicht mehr mit mir plant. Wenn man Fußball spielen will, muss man dann sagen: Okay, es ist hier halt vorbei.
Sie hätten Ihren bis Juni 2012 datierten Vertrag aussitzen können. Immerhin galten Sie als Großverdiener …
Das war von mir nie geplant. Wer wie viel verdient, geht nur den Spieler selbst etwas an. Fakt ist, dass Dynamo mich 2009 unbedingt langfristig binden wollte. Es war nicht so, dass ich keine anderen und finanziell attraktiveren Möglichkeiten gehabt hätte. Aber mir ging es nie allein ums Geld. Dynamo ist mein Verein, meine Heimat.
Hat Ihnen Ex-Coach Matthias Maucksch mal erklärt, wieso er Sie ausgemustert hat?
Mir ist es nach wie vor ein absolutes Rätsel. Es sollten für die Position zwei neue Leute kommen, mit mir werde nicht mehr geplant. Das kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Anfangs hieß es noch, dass ich mich über gute Leistungen in der zweiten Mannschaft neu anbieten kann, aber das war nur eine Floskel. Dabei hatten wir sogar schriftlich vereinbart, dass ich am Training der Profis teilnehme. Dem wurde sich permanent widersetzt.
Inwiefern?
Wenn man zum Training kommt und Fußball spielen will, aber nur alleine laufen geschickt wird, hat man davon irgendwann – auf gut Deutsch gesagt – die Schnauze voll. Deshalb bin ich zur zweiten Mannschaft gegangen. Trainer Thomas Köhler hat mir mehrfach bestätigt, dass ich dort meine Leistung gebracht habe. Aber freiwillig macht man das kein zweites Jahr.
Empfanden Sie Genugtuung, als Maucksch im April entlassen wurde?
Nein.
Das wird Ihnen niemand abnehmen …
Ich habe mich bisher fair verhalten und werde jetzt nicht nachtreten. Er muss das mit sich selbst ausmachen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und kann jeden Tag ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen. Leider kursierten die wildesten Gerüchte, die absolut aus der Luft gegriffen waren.
Es wurde unter Fans sogar gemutmaßt, Sie hätten eine Affäre mit seiner Frau …
Diese Unterstellung ist eine Frechheit. Ich weiß nicht, wer sich so etwas einfallen lässt.
Ist etwas dran, dass Sie zuvor für die Entlassung von Eduard Geyer und Ruud Kaiser mitverantwortlich waren und Maucksch den „Königsmörder“ kaltstellen wollte?
So ein Quatsch! Ich war ein absoluter Fürsprecher von Ede Geyer. Das habe ich Ralf Minge (damals Sportdirektor/d.A.) klar gesagt. Ich habe noch nie einen Trainer abgesägt. So etwas würde ich mir nie anmaßen.
Ihnen wird auch vorgeworfen, Sie würden Mitspieler mehr anmotzen als motivieren …
Das stimmt ebenfalls nicht. Natürlich bin ich ein Typ, der immer gewinnen will. Mit diesem Ehrgeiz habe ich viel rausgeholt aus dem Talent, das ich besitze. Aber ich bin nicht mehr so aufbrausend wie mit 20 oder 21. Und prinzipiell, selbst wenn der Ton auf dem Platz mal rauer sein sollte, will ich nie jemandem etwas Böses, sondern nur das Beste fürs Team. Ich habe zu sehr vielen Spielern und Funktionären Kontakt. So ein schlechter Mensch, als den mich manche hinstellen möchten, kann ich dann wohl doch nicht sein.
Gibt es Dinge, von denen Sie sagen: Das würde ich in Zukunft anders machen? Ich denke, dass ich mich zu sehr auch um Probleme anderer gekümmert habe und dabei von dem einen oder anderen ausgenutzt worden bin. Es gab eine Mentalität, dass sich mancher hinter zwei, drei anderen Spielern – Axel Keller und Thomas Hübener beziehe ich da mit ein – verstecken konnte. Wir haben in der Öffentlichkeit auch dann den Kopf hingehalten, wenn es nicht gut lief und Ärger gab.
Axel Keller meinte, er bewundere Sie dafür, so lange ruhig geblieben zu sein. Wie haben Sie das geschafft?
Meine Verlobte Inga, meine Eltern und meine Freunde haben mir sehr viel Kraft gegeben. Auch die Reaktionen der Fans waren zu 90, 95Prozent positiv. Ich habe sehr viel Zuspruch erhalten zum Beispiel bei Facebook. Das weiß ich zu schätzen. Außerdem wusste ich, dass ich nichts verbrochen hatte, was der neue Trainer jetzt auch mal klargestellt hat. Das mag doof klingen, aber was passiert ist, war eine wichtige Lebenserfahrung.
Was haben Sie gelernt?
Wenn es heißt, Fußball ist ein dreckiges Geschäft, weiß ich jetzt, wie sich das anfühlt. Hat Sie Dynamo jetzt ausgezahlt, damit Sie wechseln?
Definitiv nicht. Über Vertragsmodalitäten sollte man nicht reden, aber ich kann eines sagen: Ich bin dem Verein erneut sehr entgegengekommen, weil ich den Schlussstrich ziehen und die Sache mit Halle perfekt machen wollte.
Was hat den Ausschlag für den HalleschenFC gegeben?
Die ehrlichen Gespräche mit Trainer Sven Köhler und Manager Ralf Kühne. Für mich ist es wichtig zu merken, dass ich gebraucht werde. Trotz der Regionalliga ist Halle nicht die schlechteste Adresse.
Und mit welchen sportlichen Zielen gehen Sie dorthin?
Das Konzept des HFC passt. Sie werden eine ordentliche Truppe auf die Beine stellen. Top-Favorit ist natürlich RBLeipzig. Mannschaften wie Kiel, Lübeck oder WolfsburgII werden mit um den einen Aufstiegsplatz streiten. Und wir wollen sie ein bisschen ärgern. Sven Köhler war bei Dynamo Assistent von Christoph Franke. Ist er ein ähnlicher Typ wie der Erfolgstrainer?
Mit Christoph Franke hatte er auf jeden Fall einen sehr guten Lehrmeister. Er ist nun seit vier Jahren in Halle, und der HFC war immer oben dabei, spielt guten Fußball. Ich freue mich, mit ihm wieder zusammenarbeiten zu können.
Wie schätzen Sie die Chancen von Dynamo in Liga zwei ein?
Aufstieg?
Es wird ein sehr schwieriges Jahr. Dynamos Faustpfand sind die Fans. Ich wünsche den Jungs alles Gute, dem Verein den Klassenerhalt und werde es aus der Ferne beobachten.
Ist der Wechsel für Sie wie eine Befreiung?
Ja. Es war eine sehr, sehr unangenehme und schwere Zeit für mich.
Quelle: sz-online.de
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16.03.11 | Nachgefragt bei GF Volker Oppitz
- SZ-Interview
- Volker Oppitz, wieso haben Sie sich Anfang der Woche für den Trainerwechsel entschieden?
Uns war seit längerer Zeit bewusst, dass es Probleme zwischen Trainer und Mannschaft gab. Wer mich kennt, der weiß, dass ich keine Kurzschluss Entscheidungen treffe.
Also sollte es schon viel eher passieren, Sie mussten aber auf die Niederlagenserie warten?
In der Siegesserie von fünf Spielen haben wir uns natürlich hinterfragt, ob es doch nicht so schlimm ist und unsere Eindrücke getäuscht haben. In den letzten vier Spielen mussten wir aber erkennen, dass wir richtig liegen.
Haben sich Spieler über ihr Verhältnis zum Trainer beklagt?
Überhaupt nicht. Wir haben natürlich mit Spielern gesprochen, aber auch mit Leuten aus dem Umfeld, dem Funktionsteam zum Beispiel. Auch in Gesprächen mit dem Trainer konnten wir uns eine Meinung bilden. Mit Steffen Menze kam als sportlicher Leiter jemand dazu, der einen neutralen Blick draufwerfen konnte. Er gelangte schnell zu der Erkenntnis, dass die Probleme ein erfolgreiches Arbeiten unmöglich machen.
Haben Sie Maucksch beurlaubt, weil er das Ende Ihrer Karriere als Profi beschleunigt hatte?
Ich bin Profi genug, berufliche und persönliche Dinge zu trennen. Entscheidend war nur die Frage, ob der Trainer in der Lage ist, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Meiner Meinung nach war er das nicht.
Warum haben Sie ihm keine Begründung gegeben?
Als ihm Steffen Menze die Begründung mitteilen wollte, ist Matthias Maucksch einfach gegangen.
Er wird zitiert, Sie hätten zu Boden gesehen und wenig zu sagen gehabt …
Ich möchte über dieses Gespräch öffentlich nichts weiter sagen. Nur die drei beteiligten Personen wissen, wie es wirklich abgelaufen ist. Ich stelle aber klar, dass es nicht stimmt, dass wir die Beurlaubung nicht begründen konnten. Er wollte diese aber nicht hören.
Wie lautet die Begründung?
Ich würde das mit den betreffenden Leuten in aller Offenheit und Ehrlichkeit besprechen. Aber in der Öffentlichkeit werde ich die Gründe nicht detailliert nennen. Wir haben uns das intern sehr lange angeschaut und sind gremienübergreifend seit Längerem der Auffassung, dass uns dieser Trainer nicht weiterbringt.
Gremienübergreifend? Im Aufsichtsrat soll es ein knappes 5:4 gegeben haben …
Ich hatte eine einhellige Meinung zur Beurlaubung von Matthias Maucksch wahrgenommen.
Mit welchem Stimmenverhältnis bekamen Sie denn grünes Licht für den Wechsel?
Ich habe am Dienstagfrüh die Zustimmung des Aufsichtsrates erhalten. Über das Stimmenverhältnis einer geheimen Abstimmung werde ich natürlich nichts sagen.
Das Saisonziel Klassenerhalt hatte Matthias Maucksch bereits mehr als erfüllt. Warum wurde er jetzt an einem eventuellen Aufstieg gemessen?
Zu Saisonbeginn hieß das Ziel, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben und uns in der Tabelle gegenüber Platz zwölf zu verbessern. Das war angepasst an die finanziellen Rahmenbedingungen realistisch, denn wir hatten einen durchschnittlichen Etat für die 3.Liga. Glücklicherweise ermöglichten Sponsoren dann aber die Verpflichtungen von Alexander Esswein und Cristian Fiel. Damit war das ursprüngliche Ziel obsolet. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Sponsoren ihr Geld gegeben hätten, um Platz zehn oder acht zu erreichen.
Maucksch sagte, er habe mit den beiden Spielern einen Etat für den Abstiegskampf …
Das hat er leider falsch wiedergegeben. Mit den extern finanzierten Spielern liegt unser Etat 20Prozent über dem Durchschnitt der 3.Liga.
Warum wurde das Saisonziel denn nie offen korrigiert?
Sollten wir vom Aufstieg reden, nachdem wir mit vier Punkten aus vier Spielen in die Saison gestartet waren? Damit hätten wir uns lächerlich gemacht und die Mannschaft unnötig unter Druck gesetzt.
War es das Problem, dass die Mannschaft mit dem Druck nicht fertig wurde, als die Chance plötzlich da war?
Ich hatte das Gefühl, dass die Stimmung gefehlt hat, etwas erreichen zu können. Selbst während der Siegesserie vermisste ich den Glauben und den Teamgeist.
Sie gehörten zu den Aufsteigern 2004. Fehlt im Vergleich 2011 die Qualität?
Von den Einzelspielern hätten wir damals nicht oben mitspielen können. Aber wir waren ein Team, zusammengeschweißt durch ein gemeinsames Ziel. So ist jetzt Erfurt hier aufgetreten. Da ist der eine für den anderen gelaufen, nach dem Gegentor haben sie sich aufgebäumt und das Spiel gedreht. Das schafft man nur als intakte Einheit. Und das ist nun mal eine wesentliche Aufgabe des Trainers.
Sie haben bis zur Halbserie 471972Euro Überschuss bilanziert. Wieso wurde das Geld nicht in Transfers investiert?
Wir mussten bis zum 21.Januar für etwa 600000Euro Liquiditätsnachweise erbringen. Glücklicherweise konnten wir diese Herkulesaufgabe dank unserer Partner stemmen. Man darf nicht vergessen, dass Dynamo in den vergangenen vier Jahren zusammen 3,2Millionen Minus gemacht hatte. Da ist die halbe Million nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Zudem hatten wir eine Lizenzauflage vom DFB, keine Spieler zu verpflichten. Die Ausleihe von Dani Schahin war nur möglich, weil wir andere Verträge auflösen konnten. Das habe ich dem Trainer mehrmals mitgeteilt.
Was spricht für Ralf Loose als Nachfolger?
Er hat schon gezeigt, dass er mit wenigen Mitteln viel erreichen kann und schon längere Zeit mit jungen Spieler gearbeitet. Diese Erfahrungen sind für uns sehr wertvoll. Vom Typ her ist er jemand, der offen und ehrlich im Umgang mit seinen Mitmenschen auftritt und auch in Psychologie und Menschenführung bewandert ist.
Und wenn er den Aufstieg nicht schafft?
Wir wollten nichts unversucht lassen, aber wir können nicht voraussetzen, dass uns der neue Trainer nun zum Aufstieg führt. Ein Punkt aus den letzten vier Spielen – die Entwicklung ging eindeutig nach unten. Ich hoffe, dass er diesen Trend stoppen und die Mannschaft stabilisieren kann.
Was wird nun aus Hans-Jürgen Dörner?
Wir hatten ein konstruktives Gespräch. Er hat den Vorschlag angenommen, uns im Scouting zu unterstützen. Im Hinblick auf die neue Saison wird er Spieler beo-bachten. Dixie Dörner ist ein erfahrener Mann, der mit seiner Kompetenz ein Urteil abgeben kann.
Das Gespräch führte Sven Geisler.
(SZ)
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20.03.11 | Nachgefragt bei Matthias Maucksch
In Hinblick auf die aktuelle Tabellensituation in der 3. Liga hat auch Dynamo Dresden auf Grund der
Punkteverteilung noch berechtigte Chancen auf den dritten Tabellenplatz. Aus
diesem Grund hat liga3-online.de mit dem Cheftrainer Matthias
Maucksch gesprochen und ihn nach seiner Sicht der Dinge gefragt.
liga3-online.de: Herr Maucksch, wie
schätzen sie ihre Chancen auf den 3. Platz und somit der Möglichkeit des lang
erhofften Aufstiegs ein?
M. Maucksch: Ich denke, die augenblickliche Situation ist sehr gut, dass war
in dieser Saison nicht unbedingt zu erwarten. Der Angriff auf die vorderen
Plätze war erst für die nächste war ja für die nächste Saison geplant.
liga3-online.de: In einem Artikel der Bild vom 14.02. sprach man von
den „Fünf Grausamkeiten über Dynamo“. Ich möchte hier gerne über die dort
angegebenen Punkte eingehen. Den Spielern werden Starallüren, dem Team eine
fehlende Kontinuität vorgeworfen. Wie sehen sie die Situation aus heutiger
Sicht?
M. Maucksch: Die Spieler sind überwiegend junge Menschen, die sich eben auch
noch entwickeln müssen. Ich glaube eine solche positive Entwicklung findet
derzeit bei einigen statt. Der Kampf- und Siegeswille ist deutlich gestiegen und
die Mannschaft hat sich mittlerweile auch spielerisch besser aufeinander
eingestellt.
liga3-online.de: Im Punkt vier geht es um die fehlenden eigenen
Talente. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Was wird unternommen, um den
Nachwuchs zu fördern?
M. Maucksch: Dynamo Dresden war ja
mal ein Aushängeschild in puncto Jugendarbeit. Natürlich sind wir bestrebt,
diese voranzutreiben, um eigene Talente heranzuziehen, die später unseren Kader
verstärken können. Das Nachwuchsleistungszentrum bietet dafür jedenfalls gute
Voraussetzungen.
liga3-online.de: Abschließend werden in dem Artikel dem Verein
unprofessionelle Strukturen vorgeworfen. Volker Oppitz als einziger Chef ist auf
Grund einer Erkrankung sehr lange ausgefallen. In einem Artikel in der Bild vom
28.02. prangert auch Reiner Calmund, der seid Mitte Juni als Berater des Vereins
tätig ist, den Aufsichtsrat an. Thema hierbei waren auch die ausbleibenden
Vertragsverhandlungen auf Grund des Fehlens eines Sportdirektors. Mittlerweile
ist Steffen Menze als neuer Sportlicher Leiter eingesetzt worden. Wie beurteilen
sie die Lage?
M. Maucksch: Die Vertragsverhandlungen mit den Spielern aufzunehmen war für
den Verein dringend geboten. Daher begrüße ich den Einsatz von Steffen Menze. Da
auch Volker Oppitz seit Montag wieder im Amt ist, sollte es vorangehen.
liga3-online.de: Die Fans sind gespaltener Meinung, was die Person
Reiner Calmund als Berater betrifft. Wie ist ihre Meinung dazu?
M. Maucksch: Jeder Verein würde sich glücklich schätzen, einen so kompetenten
Fachmann wie Reiner Calmund an seiner Seite zu haben. Nicht zuletzt durch sein
Wirken für den Verein haben wir eine überaus positive Darstellung in den Medien
erfahren und mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis zum DFB entwickelt. Seine
Ratschläge basieren auf fundierten Kenntnissen, man muss sich eben auch
ernsthaft mit diesen beschäftigen.
liga3-online.de: Abschließend würde ich gern erfahren, welche der
noch bevorstehenden Partien sie als besonders schwierig erachten?
M. Mauksch: Wie heißt es so schön? Das schwerste Spiel ist immer das nächste
Spiel.
liga3-online.de: Ich danke ihnen recht herzlich für das Gespräch und
wünsche ihnen für den Rest der Saison viel Erfolg! |
20.10.10 | Bei
Dixi Dörner nachgefragt
- SZ-Interview
- SZ:
Herr Dörner, teilen Sie die Einschätzung von Trainer Matthias Maucksch, dass
sich die Niederlage im Ost-Duell schon im Training davor angebahnt
hatte?
Dörner:
Das trifft sicher nicht auf alle Spieler zu, aber mit den
gemeinten Kandidaten hatte der Trainer in der Woche intensiv gesprochen.
Wahrscheinlich haben sie nicht richtig zugehört. Nach fünf ungeschlagenen
Spielen dachten einige wohl: Irgendwie werden wir schon in die Gänge kommen.
Aber das funktioniert nicht, weil die Qualität der Mannschaft dafür nicht
ausreicht. SZ: Sind die Spieler zu schnell selbstzufrieden? Dörner:
Das ist
nicht nur ein Problem in Dresden, sondern des gesamten deutschen Fußballs. Wenn
man ein bisschen auf einer Erfolgswelle schwimmt, wird man von den Medien und
Zuschauern hochgejubelt. Da kannst du als Trainer reden, wie du willst. Die
Spieler müssen selbst die Erfahrung machen, dass 80 oder 90Prozent nicht
reichen. SZ: Zumal sie sich vom Umfeld her bei Dynamo wie bei einem
Bundesligisten fühlen können … Dörner:
Das ist doch klar: Sie spielen in einem
super Stadion, gegen Hansa Rostock am Sonnabend wird es ausverkauft sein. Die
meisten anderen Drittligisten haben 2000 bis 3000 Zuschauer, und davon sind noch
1500Dresdner. Da kann es passieren, dass mancher denkt: Was wollen wir
eigentlich mehr? Das Positive überstrahlt alles, negative Dinge rücken in den
Hintergrund. SZ:
Zum Beispiel? Dörner:
Unsere zweite Halbzeit gegen den VfR
Aalen war superschwach. Wir waren froh, 1:0 gewonnen zu haben. Trotzdem muss man
das kritisch auswerten, und zwar nicht nur der Trainer. Jeder einzelne Spieler
muss seine Leistung unabhängig vom positiven Ergebnis bewerten. Diese
selbstkritische Einschätzung fehlt bei einigen. Da sehe ich auch eine
Verantwortung der Medien, dass sie manchen Spieler – ohne dass ich jetzt Namen
nenne – kritischer betrachten. SZ:
Also sind die Medien schuld? Dörner:
Wir
verlieren 1:4 in Sandhausen, und alles wird niedergemacht. Dann gewinnen wir ein
Auswärtsspiel in Ahlen glücklich mit 1:0 und sind plötzlich Aufstiegskandidat.
Da kann etwas nicht stimmen.
SZ:
Muss sich ein Profi nicht unabhängig von den
Schlagzeilen selbst richtig einordnen? Dörner:
Ja, das gehört hundertprozentig
dazu, aber viele Spieler bei uns können mit Kritik überhaupt nicht umgehen. Wenn
sie gelobt werden, sind sie gleich zehn Zentimeter größer. Aber sobald ein
kritisches Wort fällt, sinken sie zusammen und verstehen es nicht. SZ:
War
das früher anders? Dörner:
Ich denke, dass wir stärkere Persönlichkeiten waren.
Zudem hatten wir immer klar strukturierte und gefestigte Mannschaften. Ulf
Kirsten, Jörg Stübner oder Matthias Maucksch, die sehr jung dazu kamen, sind
geführt worden. Wenn einer aus der Reihe tanzte, wurde er am Schlafittchen
gepackt. Heute kommen schon manche A-Jugendlichen selbstbewusster an und denken,
wenn sie bei Dynamo spielen, sind sie etwas Großes. Die haben noch nichts
erreicht, treten aber auf, als wären sie Lothar Matthäus. SZ:
Wie kriegt man
noch eine funktionierende Hierarchie hin? Dörner:
Es wäre wichtig,
Führungsspieler zu haben, die Erfahrung mitbringen und auch den Mund aufmachen.
Die hatten wir früher in allen Dynamo-Mannschaften. Von Cristian Fiel abgesehen
fehlen sie uns jedoch momentan. Es ist auch insofern schwierig, weil die Spieler
nicht mehr alleine denken müssen. Ihnen wird alles abgenommen: vom Verein, vom
Berater. Sie machen sich zu wenige Gedanken über sich selbst. Man kann nicht
alles der sportlichen Leitung überlassen. Die Spieler müssen sich mit ihrem
Beruf, mit ihren Trainingsleistungen auseinandersetzen, sich mit dem Gegner
beschäftigen. Nur dann können sie im Spiel leichter eigene Entscheidungen
treffen. SZ: Haben die Spieler einen zu geringen Anspruch an sich
selbst? Dörner:
Für mich ist das so ein Indiz, wenn Spieler erklären, dass sie
hierher kommen wegen der wunderschönen Stadt, dem super Stadion und der tollen
Fans. Sie sagen leider nicht: Ich komme nach Dresden, um aufzusteigen, und zwar
nicht irgendwann, sondern in ein, zwei Jahren. Diesen Ehrgeiz vermisse ich.
Einige sind seit drei Jahren hier und haben sich kein Stück weiterentwickelt –
weder persönlich, noch mit der Mannschaft. Denen muss man sagen: Das ist zu
wenig! Das Gespräch führte Sven Geisler.
(Quelle: Sächsische Zeitung)
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30.08.09 | Bei
Thomas Hübener nachgefragt
- Mopo:
Alle sind genervt von den vielen Spielabsagen. Sie
dagegen verpassen deswegen nicht so viel...
Hübener: „Das ist krass,
was derzeit passiert, das muss man schon sagen. Und auch für mich ist das nicht
gut. Denn durch die englischen Wochen gibt's nicht so viel Mannschaftstraining.
Gerade das brauche ich aber, um mich wieder ranzukämpfen." - Mopo: Wie geht's dem operierten Knie?
Hübener: „So
weit ganz gut, ich habe keine Schmerzen, auch wenn's in manchen Situationen noch
bissei zwickt."
- Mopo: Sie hatten eine ähnliche Verletzung wie im Herbst Bayerns Arien Robben. Mancher Hobbyfußballer wird sich fragen, warum man bei den
Profis wegen einer Schleimhautfalte unters Messer muss?
Hübener: „Die
sitzt unter der Kniescheibe und hatte sich durch Überbelastung in der
Vorbereitung entzündet. Das Knie wurde heiß und dick, die Schmerzen waren
immens. Bei der OP wurde ein Stück weggeschnitten."
- Mopo: Wann kann der Kapitän wieder an Bord gehen?
Hübener: „Momentan würde meine Kondition noch nicht reichen,
um von Anfang an zu spielen. Aber ich denke, dass ich vielleicht nächste Woche
zumindest wieder zum Kader gehören könnte."
- Mopo: Die Innenverteidigung hat zuletzt einen guten Job gemacht..
Hübener: „Das ist richtig. Aber es läuft ja allgemein
besser, die Abwehr hat nicht mehr ganz so viel zu tun wie noch in der Hinrunde.
Weil wir insgesamt kompakter steh'n, mehr nach hinten gearbeitet wird. Aber klar
ist auch: Die Konkurrenz ist groß, auch Maik Wagefeld ist bald wieder fit. Das
kann aber nur gut für uns sein. Wer spielt, entscheidet nur der Trainer. Ich
weiß jedoch, dass ich der Mannschaft helfen kann und werde, wenn ich wieder bei
hundert Prozent bin."
- Mopo: Wie beurteilen Sie die Lage in der 3. Liga?
Hübener: „Die ist verdammt schwer einzuschätzen. Alles ist sehr
eng, der Letzte kann den Ersten schlagen. Durch die krumme Tabelle kann man wohl
erst zwei, drei Spiele vor Schluss mehr sagen."
- Mopo: Was bedeutet das für Dynamo?
Hübener: „Dass
wir immer auf der Hut sein müssen. Natürlich hoffen wir, dass der gute Lauf noch
ein paar Wochen anhält. Aber die Lage ist weiter prekär."
- Mopo: Haben Sie so eine Ausfallsituation schon mal erlebt?
Hübener: „Nein, bestimmt nicht Für manche Mannschaften wird
es richtig brutal, die werden dann zum Ende der Saison auf dem Zahnfleisch
gehen."
- Mopo: Dynamo könnte auch auf 17 Spiele in acht Wochen kommen.
Hübener: „Stimmt. Weil wir auch noch im Sachsenpokal ran
müssen. Der ist sicher nicht unerheblich für den Verein - aber die
Ligazugehörigkeit ist sicher wichtiger."
- Mopo: Der letzte Spieltag ist für den 8. Mai terminiert. Danach beginnt das beste Fußballwetter - und die Saisonpause. Muss man da
grundsätzlich was ändern?
Hübener: „Ich habe auch keine Lösung.
Vielleicht hätten wir auch im Dezember noch weiter spielen können, so wie in
England. Aber Weihnachten und Silvester wollen die Spieler ja auch bei ihren
Familien sein."
- Dirk Löpelt
(Quelle: Dresdner
Morgenpost)
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11.08.09 | Beim Torhüter Axel Keller nachgefragt
- Mopo:
Ist der erste Ärger verraucht? Wie geht's Ihnen,
Herr Keller?
- Keller: „Muss ja... Nein, so was hängt natürlich immer nach. Aber im Fußball geht es auch immer weiter."
- Mopo: Wie beurteilen Sie die Niederlage mit zwei Tagen
Abstand?
Keller: „Das war einfach eine schlechte Leistung von
uns. Und dennoch hatten wir unsere Chancen. Aber im Endeffekt war die Niederlage
verdient."
- Mopo: Wie geht's jetzt weiter?
Keller:
„Das Ergebnis der Bayern-Amateure, die sechs Stück in Jena gekriegt haben,
spielt uns natürlich nicht gerade in die Karten. Aber wir haben genug Spieler,
die schon letztes Jahr dabei waren. Jetzt wissen alle, was die Stunde geschlagen
hat. Am Sonntag muss unbedingt ein Dreier her. Und dann wird es Zeit, auch mal
zu Hause zu gewinnen. Wir brauchen diesen Knackpunkt, dass wir im eigenen
Stadion mal in Führung gehen."
- Mopo: Zuletzt gab's ein gellendes Pfeifkonzert der
Zuschauer...
Keller: „Pfiffe sind völlig legitim, ganz normal.
Schließlich gab's ja auch Gründe, warum gepfiffen wurde. Wenn wir uns den Arsch
aufreißen und mal das Tor machen, stehen alle wieder hinter uns. Das muss unser
Ziel sein, dass Mannschaft und Fans wieder eine verschworene Einheit werden. Was
dann möglich ist, hat man in der Rückrunde gesehen."
- Mopo: Ist die Mannschaft selbst denn eine
Einheit?
Keller: „Innerhalb der Mannschaft gibt es keine
Probleme."
- Mopo: Die Kritik an Trainer Ruud Kaiser
wächst.
Keller: „Dazu möchte ich mich nicht äußern."
- Mopo: Sie sind als Nummer 1 und erfahrener Profi einer
der Führungsspieler. Muss jetzt nicht schnell ein Zeichen gesetzt werden?
Vielleicht muss die Mannschaft sich gemeinsam mal die Kante
geben?
Keller: „Ich weiß nicht, ob wir uns jetzt unbedingt die
Kante geben müssen, obwohl so was auch eine Möglichkeit ist. Wir sollten uns
vielleicht zusammensetzen. Obwohl ich überzeugt bin, dass auch so alle wissen,
worum's jetzt geht."
(Quelle: Dresdner
Morgenpost)
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30.07.09 | Bei
Maik
Wagefeld
nachgefragt
- DNN: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Fernsehbilder von der Auslosung
sahen?
Wagefeld: Ich habe mich gefreut, dass ich fünf,
sechs Spieler wiedersehen kann, die schon in Nürnberg spielten, als ich da war.
In Euphorie verfallen bin ich aber nicht und kann auch jetzt noch ruhig
schlafen.
- DNN: Haben Sie sich das Los
gewünscht?
Wagefeld: Nein, gar nicht. Ich habe nur gehofft, dass wir
einen Gegner bekommen, gegen den die Aussichten gut sind, eine Runde
weiterzukommen, oder eine attraktive Mannschaft, gegen die die Chancen auf die
2. Runde zwar etwas geringer, aber nicht aussichtslos sind. Mit Nürnberg haben
wir einen solch attraktiven Gegner bekommen.
- DNN: Wen kennen Sie vom aktuellen FCN-Team noch aus
gemeinsamen Tagen?
Wagefeld: Andy Wolf zum Beispiel, mit dem ich mich
damals schnell angefreundet habe und der noch immer ein Freund von mir ist.
Schäfer, Mnari, Pinola und Mintal sind auch noch alle dabei. Schön, dass ich sie
mal wiedersehe, in dem Geschäft verliert man sich schon mal aus den Augen.
Nürnberg ist ja auch nicht um die Ecke, trotzdem haben wir noch ab und zu
Kontakt.
- DNN: Bis zu seiner Entlassung hat Ihnen Ihr erster
Trainer in Nürnberg, Wolfgang Wolf nie erklärt, warum er Sie nach dem ersten
sehr erfolgreichen Bundesligajahr aus der Mannschaft genommen hat. Sind Sie ihm
seitdem mal begegnet und nun besser im Bilde?
Wagefeld: Nein. Ich denke,
dass ich damals eine gute Saison gespielt habe, obwohl ich zwei Klassen
übersprungen habe. Ich habe 21 Spiele gemacht, zwei Tore geschossen, 15 Spiele
von Beginn an bestritten. Dann hatte ich ein bisschen Pech, dass von fünf oder
sechs Neuzugängen drei auf meiner Position zu Hause waren. Das waren die
tunesischen Nationalspieler Adel Chedli und Jawhar Mnari und der tschechische
Nationalspieler Jan Polak, den der Verein für 1,2 Millionen Euro Ablöse geholt
hat. Da wurde es für mich schwierig. Die Zeit war trotzdem schön in Nürnberg und
ich möchte sie auch nicht missen. Ich habe viel gelernt. Mir wurde die
Möglichkeit gegeben, in der ersten Liga zu spielen - dafür bin ich auch dankbar.
- DNN: Was war das Wichtigste, was Sie aus Franken
mitnehmen konnten?
Wagefeld: Das ganze Drumherum in der Bundesliga ist
schon etwas anderes. Ich habe gesehen, was erste Liga ausmacht. Es war schön,
aber ich will auch nicht _ groß in Erinnerungen schwelgen. Das ist
Vergangenheit, ich schaue voraus und möchte mit Dynamo wieder erfolgreich sein.
- DNN: Es war ein Risiko, sich Ende 2005 nach Dresden
ausleihen zu lassen. Haben Sie damals daran gedacht, dass Sie vielleicht nie
wieder in die 1. Liga zurückkehren könnten.
Wagefeld: Nein, mir wurde
attestiert, dass ich eine gute Vorbereitung gespielt und mir nichts zu schulden
kommen lassen hatte. Mit den drei Nationalspielern als Konkurrenten war es
natürlich schwer für mich. Ich habe dann recht schnell den Entschluss gefasst,
dass ich mich nur nach Dresden ausleihen lasse, wenn ich wechsle. Ich hatte und
habe einen sehr guten Kontakt zu Christoph Franke, bei Dynamo bin ich
großgeworden, habe eine enge Verbindung zum Verein. Ich hätte damals auch nach
Holland gehen können: Cor Pot bot mir Excelsior Rotterdam an. Der MSV Duisburg
hatte ebenfalls Interesse, Uwe Rösler wollte mich nach Lilleström lotsen. Aber
ich wollte zu Dynamo und hatte Christoph Franke mein Wort gegeben.
- DNN: Wissen Sie, ob Franke am Sonnabend die Chance
nutzt, sich das neue Dresdner Stadion anzusehen?
Wagefeld: Nein, aber das
ist ein guter Gedanke. Ich werde ihn anrufen und fragen, ob er kommt.
- DNN: Als Sie im zweiten Jahr in Nürnberg Ihren Platz in
der Stammelf verloren, spielte Mnari auf der Sechserposition, was er auch letzte
Woche beim 0:2 gegen die Glasgow Rangers noch tat. Wie war Ihr Verhältnis damals
und wie ist es jetzt, wo Sie sich am Sonnabend wieder
begegnen?
Wagefeld: Polak und Mnari spielten damals im defensiven
Mittelfeld. In dieser Zeit habe ich keinen großartigen Kontakt zu Jawhar gehabt.
Das lag aber nicht daran, dass ich böse auf ihn war, sondern weil er damals kein
Deutsch konnte. Der Trainer hatte sich für Mnari entschieden, das war okay. Dass
er heute noch in Nürnberg spielt, spricht für ihn.
- DNN: Möglichweise wechseln Sie diesmal mehr Worte
miteinander...
Kann sein, aber ich denke, dass ich mehr gegen
Marek Mintal spielen werde.
- DNN: Flößt Ihnen das „Phantom" noch Respekt
ein?
Wagefeld: Ich denke, Marek ist ein absoluter Ausnahmespieler. Er hat
in der ersten Zweitligasaison 18 Tore gemacht, in der ersten Bundesligasaison 24
Treffer erzielt. Er hat uns fast im Alleingang zum Klassenerhalt geschossen.
Seine Schusstechnik rechts wie links ist toll, sein Abschluss klasse. Wenn er
sich aber nicht großartig weiterentwickelt hat, weiß ich, wie er spielt (lacht).
- DNN: Wie sehen Sie die Chancen für Dynamo, die
Pokalsensation zu schaffen?
Wagefeld: Wir haben uns nach dem 0:1 gegen
Stuttgart II gefangen, in Wiesbaden gewonnen. Jetzt wollen wir das Pokalspiel
genießen und es den Nürnbergern so schwer wie möglich machen. Ich denke, die
Chancen stehen 70:30 für uns. Ein Bundesliga-Aufsteiger kann bei uns eigentlich
nur verlieren. Ich denke, dass sie mit etwas Respekt zu uns kommen. Wir spielen
zu Hause, das Stadion ist ausverkauft, wenngleich leider noch nicht fertig.
Unsere Zuschauer werden uns bedingungslos anfeuern, das kann an einem guten Tag
den Ausschlag geben. Wir werden jeden Grashalm umpflügen, versuchen, den
Nürnbergem den Schneid abzukaufen. Wenn es nicht reichen sollte, ist uns dann
sicher auch keiner böse.
- DNN: Trauen Sie den Nürnbergern in der Meisterschaft
den Klassenerhalt zu?
Wagefeld: Sie haben eine junge, aber spielerisch
starke Mannschaft, in der es auch erfahrene Leute gibt. Raphael Schäfer ist ein
guter Erstligatorwart, war ja auch in Stuttgart. Andy Wolf ist ein toller
Verteidiger, auch Javier Pinola. Nicht vergessen darf man Peer Kluge. Und Mnari,
Mintal, Charisteas, Boakye - alle sind sie Nationalspieler. Ich glaube, dass
Nürnberg auf alle Fälle die Klasse hält.
- (Quelle: Dresdner
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