Wie die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden Helma Orosz auf
der heutigen Pressekonferenz im Rathaus mitteilte, konnte die Stadt Dresden den
von HBM eingereichten Vorschlägen zur Behandlung der beim Bau des Stadions
entstehenden Mehrkosten nicht zustimmen. Helma Orosz: „Es hat mehrere
Gesprächsrunden mit der HBM gegeben, wo es auch um die Frage ging, wie man die
SG Dynamo Dresden stabilisieren kann. Für die Stadt war es dabei immer recht
schwer, die Vorschläge von HBM zu akzeptieren. So ist es auch vor einigen Tagen
passiert. Mit Erstaunen haben wir festgestellt, dass es nun wieder einen neuen
Vorschlag gegeben hat.“
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- Am letzten Freitag gegen 16 Uhr ist der neue Vorschlag laut
Aussage der Oberbürgermeisterin bei den Anwälten der Stadt Dresden eingegangen.
Weiterhin wurde bemängelt, dass die eingereichten Unterlagen wiederholt nicht
vollständig abgegeben worden sind. So war es für die Verantwortlichen der Stadt
schwierig, hier in der entsprechenden Qualität kurzfristig zu entscheiden.
Für die Stadt entstehen Konflikte vor allem dadurch, dass
durch eine neue Zusatzvereinbarung die HBM ihre Anteile an der
Projektgesellschaft ab 2011 an Dynamo übergeben will. In dem letzten Vorschlag
der HBM sollte Dynamo ab sofort ca. 320.000 Euro pro Jahr für die Übernahme der
Anteile an HBM zahlen. Das würde nach Aussage der Oberbürgermeisterin aber ohne
die Unterstützung der Stadt nicht funktionieren. Gleichzeitig entspräche diese
Vorgehensweise auch nicht dem zwischen der HBM und der Stadt Dresden
geschlossenem Vertrag.
Gleichzeitig forderte die HBM im benannten Papier eine
Absicherung einer zusätzlichen Summe durch die Stadt für einen erweiterten
Logenausbau und einen größeren Business-Bereich. Bei zwei Vorhaben signalisierte
die Stadt Dresden jedoch ein Entgegenkommen. Das betrifft erstens eine
ökologische Regenwasseranlage mit einem zusätzlichen Aufwand von 300.000 EUR und
einer modernen Schließanlage mit einem zusätzlichen Aufwand von ca. 40.000 Euro.
Diese Aufwendungen beeinflussen den laufenden Betrieb des Stadion positiv und
sind nach Aussage des Finanzbürgermeisters der Stadt Dresden im Interesse der
Stadt.
Der Finanzbürgermeister der Stadt Dresden Hartmut Vorjohann
forderte die HBM auf der Pressekonferenz dazu auf, wieder Vernunft in die
Verhandlungen einfließen zu lassen: „Die Logen und auch die große Stadionkneipe
sind nicht von der Stadt beauftragt worden. Wenn die HBM das bauen möchte, dann
kann sie das im Rahmen ihres unternehmerischen Risiko selbst finanzieren.“
Das zweite Problem besteht in der von HBM vorgeschlagenen
Ausstiegsklausel. „Wenn der Verein Anteile von der Projektgesellschaft abkaufen
soll, dann ist das mit einer erheblichen Mehrbelastung für den Verein verbunden.
Was bewegt HBM dazu? Warum will die HBM vorfristig aus dem Vertrag aussteigen?
Es gibt eine getroffene Vereinbarung mit einem Auftrag des Stadtrates. Die Stadt
ist sich nicht sicher, ob dies nicht zu einer Verschlechterung der Situation für
die SG Dynamo Dresden führt. Das Rausschleichen durch die Hintertür durch HBM
ist mit uns nicht zu machen“, so der Finanzbürgermeister weiter.
Dynamo-Präsident Hauke Haensel erinnerte noch einmal daran,
dass mit der HBM sehr lange verhandelt wurde, um ein Ergebnis zu erreichen. „Am
Ende hat HBM immer wieder neue Dinge in die Verhandlungen hineingebracht, die so
nicht gehen. Dynamo hat deshalb als Verein Verständnis für die Entscheidung der
Stadt. Die Lösungsvorschläge von HBM waren zum Teil nicht mit uns abgestimmt.
Wir müssen aber trotzdem weiter nach einer Lösung suchen. Als Dynamo Dresden
wollen wir natürlich in Dresden spielen“, so Hauke Haensel.
Die Oberbürgermeisterin Helma Orosz erwartet, dass die HBM das
Ergebnis zur Kenntnis nimmt. Auch geht sie davon aus, dass HBM in Kürze von sich
aus auf die Stadt zugeht und einen neuen Vorschlag unterbreitet.
Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann: „Die HBM ist
vertraglich Stadionbauer und auch Betreiber. Die vertragliche Grundlage ist eine
Bürgschaft der Stadt Dresden für den geplanten Bau des Stadions. Die
Zusatzleistungen sind unternehmerisches Risiko der HBM. Sollte es Differenzen
bei Auslegung des Vertrages geben, müssen diese gerichtlich geklärt werden. Das
ist in einem Rechtsstaat aber ganz normal. Es ist aber problematisch, wenn die
Not der SG Dynamo Dresden ausgenutzt wird, um Kostenforderung bei der Stadt
durchzusetzen. Die Frage stellt sich, ob HBM in Dresden vielleicht das letzte
Stadion bauen will.“
Dynamo-Geschäftsführer Stefan Bohne: „Wir haben die
Lizenzunterlagen mit dem Stadion in Dresden geplant, aber auch eine Variante mit
dem Stadion Leipzig eingereicht. Die Variante mit dem Stadion in Leipzig haben
wir natürlich beim DFB wirtschaftlich untersetzt. Fakt ist aber, dass mit den
angesprochenen Mehrbelastungen in Höhe von 320.000 Euro pro Jahr der Verein ein
massives Problem hätte. Als Verein sind wir deshalb froh, dass diesem Vertrag
seitens der Stadt nicht zugestimmt wird. Die Presseerklärung der HBM am letzten
Freitag zu einer gemeinsamen Lösung, war mit uns nicht abgestimmt. Wir haben uns
in der letzten Zeit sehr defensiv verhalten, denn das Problem muss in erster
Linie zwischen der HBM und der Stadt geklärt werden.“
Hartmut Vorjohann fordert die HBM auf, auf den Weg der
Vernunft zurückkommen. Die Dinge müssen jetzt so entkoppelt werden, damit
Vermarktung auf den Weg gebracht werden kann. Die Frage der finanziellen
Nachforderungen sollten nach Meinung von Vorjohann „in Frieden“ vor Gericht
ausgefochten werden. Der Verein muss in dieser Sache aber unbedingt außen vor
bleiben. Die Mehrkosten entstehen ja nicht, weil etwas teurer geworden ist. Es
ist eine Zusatzleistung außerhalb des Vertrages. Das will der
Finanzbürgermeister mit der Stadt so nicht übernehmen.
Der Spielbetrieb in der laufenden Saison sollte aber dadurch
nicht gefährdet werden. Nach Aussage von Dynamo-Präsident Hauke Haensel ist das
eindeutig in der Baukonzession so geklärt.
Stefan Bohne erklärte weiter, dass aus Leipzig schriftliche
Angebote vorliegen. Wenn es zu keiner Lösung kommt, dann müsse die SG Dynamo
Dresden definitiv in Leipzig spielen. Das will der Verein aber nicht. Die
Mietbedingungen sind in Leipzig trotzdem sehr lukrativ. Die Risiken am Standort
Leipzig sind aber höher. In Leipzig sind der Erfolg der Vermarktung und auch die
Zuschauereinnahmen schwieriger zu kalkulieren. Stefan Bohne bestätigte auch,
dass es keine Terminkette gibt, die mit dem DFB abgestimmt ist. Es muss trotzdem
sehr schnell eine Lösung gefunden werden.
Abschließend erklärte Hartmut Vorjohann, dass der Vertrag mit
HBM so angelegt ist, dass für HBM eigentlich kein wirtschaftliches Risiko
entsteht. Es wird für HBM vor allem ein Image-Problem, wenn diese Probleme nicht
gelöst werden. Als ein interessantes Problem sieht er aber die vertragliche
Regelung, dass die Stadt rund 500.000 Euro weniger an HBM als deren
Schuldendienst pro Jahr zahlen muss, wenn Dynamo in der 3. Liga spielt. Diese
Regelung gelte nach Meinung des Finanzbürgermeisters auch in dem Falle, wenn
Dynamo in Leipzig spielen sollte. (Quelle: Dynamo Dresden.de) |